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VORSORGEUNTERSUCHUNG


Bitten Sie Ihren Tierarzt bei der jeweils fälligen Auffrischung der Impfungen, eine umfassende medizinische Vorsorgeuntersuchung bei Ihrer Katze durchzuführen. Zögern Sie nicht, ihn um Rat zu fragen.


SYMPTOMATIK UND KRANKHEITEN


Die gesunde Katze hat ein glattes, glänzendes Fell und eine weiche, elastische Haut. Ihre Augen sind glänzend, ihre Nase feucht. Sie hat keinen Tränenfluss und ihre Ohren sind sauber. Die rektal gemessene Körpertemperatur beträgt im Durchschnitt 38,5°C.

In der Natur ist die Katze ein Einzelgänger. Bei solchen Tieren kommt das Zeigen von Schwäche bzw. Krankheit dem eigenen Todesurteil gleich. Hauskatzen haben diese Haltung beibehalten und zeigen erst in fortgeschrittenem Krankheitsstadium entsprechende Zeichen. Daher ist jedes ungewöhnliche, auffällige Verhalten ihres vierbeinigen Gefährten ein Warnsignal, das sie sofort veranlassen sollte, genauer hinzusehen und im Zweifelsfall ihren Tierarzt zu konsultieren.


EINIGE WICHTIGE KRANKHEITEN



Harnsteine (Felines Urologisches Syndrom = FUS)


Da die Vorfahren der Katze Wüstentiere waren, können sie den Urin sehr stark konzentrieren, was die Bildung von Harnsteinen (Struvitsteine bzw. Oxalatsteine) begünstigt. Das FUS tritt häufig in Verbindung mit einer Blasenentzündung auf. Wie bei Menschen macht sie sich durch das Gefühl, ständig Wasser lassen zu müssen und stechenden Schmerz bemerkbar. Die Katze geht öfter als üblich aufs Katzenklo. Man merkt, dass sie Schmerzen empfindet. Beim Wasserlassen stößt sie oft Schmerzensschreie aus und manchmal befindet sich Blut im Urin.

Im Extremfall kann es zu einer Verstopfung der Harnröhre kommen (der kleinen Röhre, durch die die Blase sich entleert). Die Katze kann dann nicht mehr Wasser lassen, die Nieren funktionieren nicht mehr richtig, und der Gesundheitszustand verschlechtert sich rapide. Wenn Ihre Katze diese Symptome zeigt, müssen Sie dringend Ihren Tierarzt aufsuchen.

Katzenjunge haben dagegen von Natur aus einen sauren Urin, so dass eine den Säuregehalt begünstigende Nahrung unter Umständen schädlich für ihre Knochenbildung sein kann.

Altere Katzen ab 10 Jahren brauchen kein harnansäuerndes Futter, da Struvitsteine ab diesem Alter nur sehr selten auftreten. Eine Ansäuerung des Harns kann bei verminderter Nierenfunktion (häufig bei älteren Katzen) sogar schädlich für die Katze sein. Beispielsweise fördert sie die Bildung von altersbedingten Oxalat-Harnsteinen.

VIRUSERKRANKUNGEN


• Katzenseuche (infektiöse Panleukopenie)


Katzeseuche oder Panleukopenie ist eine hochgradig ansteckende Viruserkrankung. Der Erreger, der von infizierten Katzen hauptsächlich mit dem Kot ausgeschieden wird, ist extrem widerstandsfähig und behält seine krankmachenden Eigenschaften unter Umständen jahrelang bei. Selbst eine ausschließlich in der Wohnung gehaltene Katze ist gefährdet. Das Virus wird nämlich nicht nur direkt von kranken auf gesunde Katzen übertragen, sondern kann auch indirekt an Schuhen oder der Bekleidung haftend „mit nach Hause gebracht werden" und zur Ansteckung der Katze führen. Die Krankheit nimmt besonders bei Jungtieren oft einen rapiden, tödlichen Verlauf. Erste Hinweise sind plötzlicher Appetitmangel und Bewegungsunlust. Mit dem Auftreten von Fieber verschlimmert sich der Zustand sehr schnell. Es kommt zu Erbrechen und schließlich zu Durchfall mit wässrig-blutigem Kot. Die Katze verliert dadurch sehr schnell große Mengen Flüssigkeit, sie leidet unter starkem Durst, ist aber in diesem Zustand bereits zu geschwächt, um noch selbst zu trinken.


Beim ersten Anzeichen von Katzenseuche ist sofortige tierärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Leider sind trotz einer Intensivtherapie vor allem Jungkatzen häufig nicht mehr zu retten.                 

Wenn sich trächtige, ungeimpfte Katzen infizieren, sind auch die Kätzchen im Mutterleib gefährdet. Es kommt dadurch zu irreparablen Schäden am Gehirn, Fachleute sprechen hier von dem Kätzchen-Ataxiesyndrom.

Die Behandlung hat nur im frühen Stadium der Krankheit Erfolg. Die Impfung ist eine wirksame Prophylaxe gegen diese Krankheit.


• Katzenschnupfen (Rhinitis)


Diese Krankheit äußert sich durch Niessen, Fieber und Husten. Wird der Schnupfen nicht behandelt, so verschlimmert er sich und es kann zu eitrigen Ausflüssen aus den Augen und Nase sowie zur Lungenentzündung kommen.

Schnupfen wird durch verschiedene Viren und Bakterien verursacht. Mit einer entsprechenden Impfung kann man klinischen Anzeichen und Komplikationen dieser Krankheit vorbeugen und sie weitestgehend reduzieren.

Unter  Schnupfen   im   herkömmlichen  Sinn  versteht  man einen Katarrh der oberen Luftwege mit tränenden Augen und verstopfter Nase. Beim Menschen ist diese Jahreszeit typische Erkrankungsart zwar lästig, aber nicht gefährlich. Ganz   anders   hingegen   die   Situation   bei   Katzen.

Katzenschnupfen ist eine lebensgefährliche Erkrankung, die nicht verharmlost werden darf!

Die Ursache sind verschiedene Infektionserreger wie Herpesviren, Caliciviren und Chlamydien Auf Grund der vielen Erreger, die daran beteiligt sein können, spricht man beim Katzenschnupfen auch von einer Komplexerkrankung. Allein in der Gruppe der Caliciviren gibt es eine Vielzahl von verschiedenen Virustypen  und -ausprägungen, deren Zusammensetzung sich stetig verändert. Chlamydien spielen lediglich bei großen Beständen und Katzenzuchten eine gewisse Rolle. Im Einzelkatzenhaushalt sind sie von untergeordneter Bedeutung.

Die Katzenschnupfenerkrankung tritt unabhängig von der Jahreszeit auf. Infizierte, äußerlich aber nicht unbedingt sichtbar kranke Katzen, verbreiten die Schnupfenerreger und stecken empfängliche, nicht geimpfte Katzen an.


Besonders gefährdet sind Jungkatzen, Katzen mit Auslauf, solche, die in eine Tierpension oder eine Klinik gebracht werden müssen, und Katzen, die an einer anderen Grundkrankheit, wie der Katzenleukose leiden.

Die Krankheit beginnt mit tränenden Augen, klarem, wässrigen Nasenausfluss, Niesen, Fieber und Appetitmangel. Diese eigentlich harmlosen Anfangssymptome können sich jedoch schnell zum wirklichen „Katzenschnupfen“ verschlimmern. In diesem Fall wird der Augen- und Nasenausfluss eitrig, und es treten schmerzhafte, blutige Geschwüre in der Nase, auf der Zunge, am Zahnfleisch und im Rachen auf. Solcherart betroffene  Katzen verweigern jede  Nahrungsaufnahme, weil der für Katzen wichtige Geruchssinn stark eingeschränkt und  das Zerkleinern und Abschlucken der Nahrung sehr schmerzhaft ist. Daraus entsteht ein Teufelskreis, der zu einer rasch fortschreitenden Schwächung der Katze und schließlich zum Tod führt.


• Tollwut


Wie andere Haustiere sind auch Katzen mit Freilauf tollwutgefährdet. Nachgewiesene Tollwutfälle sind bei Katzen etwa 2- bis 3-mal so häufig wie bei Hunden. Die Tollwut wird hauptsächlich durch Füchse, aber auch durch andere Wildtiere (Marder usw.) übertragen. Neu sind Berichte über das Vorkommen von Tollwutviren bei Fledermäusen.

Tollwut zählt nach wie vor zu den gefährlichsten Infektionskrankheiten für Mensch und Tier. Sie ist unheilbar. Wegen der starken Gefährdung des Menschen sind bei betroffenen Tieren Behandlungsversuche verboten.

Das Tollwutvirus befällt bei infizierten Tieren das Gehirn und ruft Verhaltensänderungen, Aggressivität, Beißwut, Raserei und schließlich, unter Lähmungserscheinungen, den Tod hervor. Weil das Virus mit dem Speichel ausgeschieden wird, sind vor allem Bisswunden infizierter Tiere gefährlich. Bei jedem Kontakt mit einem tollwutkranken oder -verdächtigen Tier sollten Sie umgehend einen Arzt aufsuchen!

Falls Sie den Verdacht haben, dass Ihre Katze Kontakt mit einem tollwutkranken Tier hatte, müssen Sie auf jeden Fall - schon im eigenen Interesse - umgehend einen Tierarzt oder Arzt aufsuchen. Für das weitere Vorgehen ist dann maßgeblich, ob die Katze eine gültige Impfung aufweist.

Ein wirksamer gesetzlich anerkannter Impfschutz besteht wenn laut Impfpass die Impfung mindestens vier Wochen, höchstens jedoch ein Jahr zurückliegt.


Wenn ihre Katze keinen freien Auslauf hat, benötigt sie diese Impfung nicht. Wollen Sie aber mit der Mieze fliegen, dann ist diese Impfung Pflicht.

• Katzenleukose


Das Leukosevirus verursacht bei der Katze Tumore sowie Störungen der Blutzellbildung. Der Zeitraum zwischen Infektion und Ausbruch der klinischen Krankheitssymptome (Inkubationszeit) kann mehrere Jahre dauern. Die Katzen infizieren sich durch den Kontakt mit Virusträgern, bei denen die Krankheit aber nicht unbedingt ausbrechen muss. Die Analyse eines Tropfen Blut ermöglicht Ihrem Tierarzt die Feststellung, ob sich Ihre Katze infiziert hat. Infizierte und nicht infizierte Tiere sind unbedingt auseinander zu halten. Ihr Tierarzt hält geeigneten Impfstoff bereit.

Katzenleukose ist eine Virusinfektion, die durch das Katzen-leukämievirus, abgekürzt FeLV, hervorgerufen wird Untersuchungen haben gezeigt, dass beinahe jeder 6. Todesfall bei Katzen durch Leukose verursacht wird.

Die häufigste tödliche Infektionskrankheit!

Die Krankheit kommt weltweit vor und betrifft Katzen jeden Alters, Von der Ansteckung bis zur Erkrankung können Jahre vergehen. In dieser Zeit wird aber der Erreger millionenfach mit dem Speichel ausgeschieden. Nicht nur kranke, sondern auch gesund erscheinende Katzen können das Virus übertragen.

Ansteckungsgefahr auch durch gesund erscheinende Katzen.

Die Katzenleukose kann mit den vielfältigsten Krankheitserscheinungen einhergehen. Beginnend mit Lustlosigkeit, Fieber, plötzlicher Abmagerung, blassen Schleimhäuten (Anämie), Entzündungen am Zahnfleisch bis hin zu bösartigen Wucherungen in der Brusthöhle und im Bauch (Leber, Niere, Darm).

Die größte Gefahr bei Katzenleukose besteht jedoch in einer Schwächung der Abwehrkraft durch das Virus. Betroffene Katzen sind den verschiedensten Infektionserregern praktisch schutzlos ausgeliefert. Die Leukose ist somit auch Grundlage für viele andere, oft tödlich verlaufende Infektionskrankheiten.

Katzenleukose: Vielfältige Krankheitserscheinungen.

Solche Folgekrankheiten maskieren oft die eigentliche Ursache, wodurch die Diagnosestellung manchmal sehr erschwert wird. Als Faustregel kann aber gelten:

Plötzlich   auftretende   Mattigkeit,   unerklärliche   Gewichtsabnahme, Durchfall oder Verstopfung, Schweratmigkeit, bei Zuchtkatzen   Fruchtbarkeitsstörungen,  Zahnfleischentzündungen und vieles mehr können Hinweise auf Leukose sein.

Ebenso gilt auch:

Jede Gesundheitsstörung bei der Katze, die sich schon über längere Zeit hinzieht, d. h. chronisch ist, bei der eine Behandlung keine oder nur eine vorübergehende Besserung bewirkt, ist leukoseverdächtig.

Bei kranken Katzen kann der Tierarzt bereits durch seine Untersuchung   seinen   Leukoseverdacht  aussprechen. Der sog. Leukosetest kann diesen Verdacht erhärten.

Katzenleukose ist unheilbar!

Die sicherste Methode, die Krankheit zu verhindern, ist die Schutzimpfung. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass der Impfstoff auch in der Lage ist, nicht nur vor Schwächung des Immunsystems, sondern auch vor Tumorentwicklungen zu schützen. Moderne Leukoseimpfstoffe dürfen auf Grund ihrer Verträglichkeit auch an trächtige Katzen verabreicht werden.

• Katzen-Aids = F.I.V (Felines Immundefizienz-Virus)


Dieses Virus, das bei Katzen eine Immunschwäche verursacht, ist mit dem HIV-Virus des Menschen vergleichbar. "Katzen-Aids" ist jedoch nicht auf den Menschen übertragbar. Die Übertragung des FIV findet hauptsächlich durch Bisse statt. Aus diesem Grund tritt diese Krankheit gehäuft bei freilaufenden Katern (Revierkämpfen) auf. Die Inkubationszeit ist lang. Ihr Tierarzt kann testen, ob sich Ihre Katze infiziert hat. Die Symptome einer FlV-Infektion ähneln denen der Katzenleukose, so dass nur allein anhand des klinischen Bildes keine Differenzierung getroffen werden kann. Mittels eines speziellen Testverfahrens ist es Ihrem Tierarzt jedoch möglich, zwischen beiden Krankheiten zu unterscheiden.

Zurzeit gibt es gegen FlV-Infektionen weder eine Impfung noch eine Heilbehandlung in Europa.


• Infektiöse Bauchfellentzündung (Peritonitis) = FIP


Die Bezeichnung FIP steht für Feline Infektiöse Peritonitis. was soviel wie ansteckende Bauchfellentzündung der Katze bedeutet. Die Ursache ist eine Bauchfellentzündung. Diese Viruserkrankung tritt vor allem in der Zucht, bzw. der Massenhaltung von Katzen auf und kann nur schwer diagnostiziert werden. Die Krankheit äußert sich im ersten Stadium oft in Form von Fieber, Appetitmangel und leichten Atembeschwerden. Nach Abklingen dieser Symptome kann es unterschiedliche Zeit später zum zweiten Stadium der Erkrankung kommen. Hierbei unterscheidet man dann eine sog. feuchte Form der FIP, die in typischen Fällen mit einer „Bauchwassersucht" einhergeht. So erkrankte Katzen sind am ganzen Körper abgemagert, haben aber einen dicken, flüssigkeitsgefüllten Bauch. Auch in der Brusthöhle können solche Flüssigkeitsansammlungen vorkommen.

Bei der sogenannten trockenen FIP kommt es zu einer Entzündung der inneren Organe (Leber, Niere, Milz usw.) mit Fieber und teilweise Atembeschwerden. Weil hierbei die typischen Flüssigkeitsansammlungen fehlen, ist die Diagnose wesentlich schwieriger als bei der feuchten Form.

Der sogenannte FIP-Test, für den der Tierarzt der Katze eine kleine Menge Blut abnimmt, kann bei kranken Katzen den FIP-Verdacht erhärten.  Generell  hat er jedoch  nur eine geringe Aussagekraft. Man sollte einen solchen Test immer in Verbindung mit der Bestimmung weiterer Blutparameter und dem klinischen Bild betrachten.

Vorbeuge: Die FIP nimmt leider immer einen tödlichen Verlauf. Pathologischen Untersuchungen zufolge ist die FIP für etwa jeden sechsten Todesfall bei Katzen verantwortlich.

Wirksame Behandlungsmethoden existieren bislang nicht.

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